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Dienstag, 18. Februar 2014

Bahnunfälle im ländlichen Raum

In dem letzten vier Monaten häuften sich im Bahnbereich im Warburger Raum die Verkehrsunfälle. Man sollte denken, dass die Zahl der Unfälle zurückgehen würde, aufgrund der Umsetzung von höheren Sicherheitsstandards. Aber wo liegen hier die Fehler? Bei den automatisch geregelten Bahnschranken, die von heranfahrenden Zügen automatisch ausgelöst werden oder von den Überquerern der Bahnübergänge? Auffällig ist die Zahl der jüngeren Unfallopfer. Die Kinder unterschätzen die Gefahren im Verkehr. Hier zeigt sich, dass es Defizite in der Verkehrserziehung gibt. Aber auch die Zeitintervalle der automatischen Signalanlagen scheinen sehr kurz ausgelegt zu sein. Offensichtlich unterschätzen die Verkehrsteilnehmer die Zeit, die bleibt, um noch die Gleise zu überqueren. Fehler wie das Halten von Fahrzeugen auf den Gleisen oder mit dem Auto über die Gleise flüchten gehen überhaupt nicht. Diese Fälle scheinen grob fahrlässig zu sein, wenn es dafür keine Gründe gibt. Aber anderenorts gibt es ähnlich viele Fälle, was kein Trost sein soll, aber dort bemüht man sich Lösungen zu finden. Unterführungen und Überwege sind teuer im Bau und werden aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens im ländlichen Raum vermieden. Wichtig ist daher die Sicherung von unübersichtlichen Stellen, wo Züge nur langsam an die Übergänge heranfahren dürfen und die Verbesserung von schlecht gesicherten Übergängen sowie eine gute Verkehrserziehung von Kindern und Jugendlichen.

Kommentare:

  1. " das Halten von Fahrzeugen auf den Gleisen oder ...Diese Fälle scheinen grob fahrlässig zu sein, wenn es dafür keine Gründe gibt." Einziger nicht fahrlässiger Grund für das Halten auf den Gleisen ist wahrscheinlich das Abmurksen des Motors. Den Motor danach so schnell wie möglich starten muss geübt sein. In der Fahrschule wurde noch darauf Wert gelegt, dass man so schnell wie möglich den Motor wieder startet. Im Alltag kann man dagegen häufig beobachten, dass das erneute Starten des Motors viel zu lange dauert. Wenn ein erneutes Starten nicht funktioniert, dann kann man immerhin noch mit dem Anlassermotor sich von den Gleisen entfernen. Auch das sollte man mal geübt haben.
    Woran kann eine Zunahme der Unfälle im Bahnbereich liegen?

    1) eine Zunahme der Frequenz des Schienenverkehrs
    2) eine Zunahme der Fahrzeuge, die einen Bahnübergang überqueren
    3) eine Zunahme fahrlässigen Handelns

    1) lässt sich relativ einfach verifizieren durch einen Vergleich der Fahrpläne (heute und vor x Jahren) und die Auslastung der Strecke.
    2) ließe sich messen durch eine Zählung des Verkehrsaufkommens. Verkehrszählungen werden wahrscheinlich nur vorgenommen wenn ein spezifische Notwendigkeit für diese Daten besteht, z.B. im Zusammehang mit verkehrsplanerischen Maßnahmen. Zum Vergleich müsste man allerdings auf ähnliche Daten vor x Jahren zurückgreifen können.
    3) ließe sich überprüfen an der Verkehrsstatistik: sind es Kinder mit Fahrrädern oder sind es Jugendliche? Ist es Manhel an Verkehrerziehung oder einer gewissen Lust am Risiko. Darunter auch das Überqueren der Straße bei Rot. Erwachsene, die "es eilig haben" geben da häufig ein sehr schlechtes Vorbild.

    "Signalanlagen scheinen sehr kurz ausgelegt zu sein". Es ist sehr unwahrscheinlich dass die DB diese Phase verkürzt hat.

    Sicherung der Bahnübergänge durch automatische Schranken wäre die beste Sicherung eines Bahnüberganges. Züge langsam an die Übergänge heranfahren zu lassen wäre höchstens akzeptabel auf (wenig frequentierten) Nebenstrecken wie z.B. Traunstein-Ruhpolding.

    https://www-docs.tu-cottbus.de/verkehrswesen/public/Berichte/Thiel/2008_BUE_11Maerz-Dateien/2008BUEVortr1b.pdf

    Masterarbeit im Studiengang Human Factors
    Untersuchung der visuellen Wahrnehmung und des
    Verhaltens von Autofahrern an Bahnübergängen DLR Berlin):
    http://elib.dlr.de/81549/1/Masterarbeit_final.pdf

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  2. Danke für den informativen Kommentar. Die Argumente und die Referenzen sollte jeder Leser genauer studieren.

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