Stat
Samstag, 21. Februar 2015
Gülle im ländlichen Raum
Was die Luftverschmutzung in den Ballungsräumen ist, entspricht die Gülle für das Grundwasser in dem ländlichen Raum. Eine Studie offenbart, dass die Gülle das Grundwasser mit Nitrat belastet. Besonders stark ist die Belastung dort, wo viel Tiere gehalten werden. Die Massentierhaltung und die Industrialisierung der Landwirtschaft versprechen zwar höhere Erträge für die Landwirte, aber gehen zu Lasten der Umwelt und der Lebensbedingungen. Die Bundesregierung will nun mit einer Verordnung den negativen Folgen dieser Entwicklung entgegentreten. Aber das Problem ist das System. Die Folgen der Industrialisierung sind viel umfassender.
Mittwoch, 18. Februar 2015
Ist die Einwanderung die Lösung?
Der ehemalige Bundestagspräsident Thierse hat bei einem Besuch in Teterow im Landkreis Rostock sich dahingehend geäußert, dass Rechtsextremismus „gerade im ländlichen Raum eine ernstzunehmende Gefahr“ ist. Aber gerade das Beispiel Teterow zeigt, dass dies nicht stimmt. Die Bundespolitik versucht hier von den eigenen Fehlern abzulenken. Jüngst hat der Fraktionsvorsitzender der SPD im Bundestag Thomas Oppermann, die Einwanderung aus der Türkei und Ägypten gefordert, um die Renten abzusichern. Früher war der Geburtenüberschuss im ländlichen Raum ein Garant für Bevölkerungswachstum in Deutschland. Nicht wenige Menschen wanderten in die Ballungsräume ab, um dort zu arbeiten. Heute ist der Geburtenrückgang im ländlichen Raum aufgrund von Familienplanung aber auch aufgrund der Arbeits- und Lebensbedingungen zu verzeichnen. Die Politik hat zu sehr auf Wirtschaftswachstum der Unternehmen gesetzt und die Interessen der hier lebenden Familien fast vergessen. Die Familienpolitik würde als Gedöns angesehen und die Programme zur Stärkung der Familien haben nicht wirklich die verhoffte Wirkung erzielt. Insbesondere die Frage nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurde nie richtig aufgegriffen. Zudem gab es in den letzten Jahrzehnten einen Kaufkraftverlust für de Bürger. Ob die Zuwanderung die Probleme der demographischen Entwicklung löst, darf bezweifelt werden. Es entstehen dadurch, wie jedem Bürger bekannt ist, neue Probleme. Zudem passen sich die Zuwanderer an die Bedingungen der Arbeitswelt an. Auch die zweite Generation an Zuwanderern kann sich nicht viele Kinder leisten. Ob Deutschland langfristig im Wettbewerb um gute Arbeitskräfte gegenüber klassischen Einwandererländern sich durchzusetzen wird, darf bezweifelt werden. Zudem ist die Abwerbung von Fachkräften aus anderen Ländern unsozial, weil diesen Ländern wichtige Arbeitskräfte weggenommen werden, die für die Entwicklung dieser Länder notwendig sind. Vielleicht sollte die Politik mal über die Vereinbarkeit von Beruf und Familien und über Kaufkraftverlust nicht nur nachdenken sondern auch handeln, damit Deutschland nicht zu sehr abhängig wird von der Zuwanderung.
Freitag, 6. Februar 2015
Altkennzeichen WAR 2.0
Das Kfz-Altkennzeichen 'WAR' war im Jahr 2012 schon mal ein Thema in der Kommunalpolitik. Nachdem in den Nachbarkreisen in der Zwischenzeit in fast alle Altkennzeichen wieder eingeführt wurden, hat sich eine Bürgergruppe gebildet, die im Altkreisgebiet Warburg auch für das Altkennzeichen des Altkreises Warburg gekämpft hat. Diese Woche hat der Stadtrat, mit Verweis auf den Bürgerwillen, einstimmig einen Beschluss zur dessen Wiedereinführung gefasst. Nun liegt die Entscheidung beim Kreistag, diesen Beschluss umzusetzen. Aber es scheint, dass der Kreistag sich noch immer schwer mit der Umsetzung tut. Man möchte ungern, die letzte Entscheidung revidieren, so die Aussage. So scheint noch viel politische Nacharbeit gemacht werden zu müssen, damit das Kennzeichen auch im Kreisgebiet genehmigt wird. Dabei würde der Kreis sogar durch die Ummeldungen zusätzliche Einnahmen generieren, aber dies scheint den Kreistag nicht zu interessieren. Eigentlich muss der Kreistag den Beschluss des Warburger Stadtrats umsetzen, so sieht es das Verfahren für die Wiedereinführung vor. Aber der Kreistag tut sich offenbar schwer den Willen der Wähler zu respektieren. Zumindest hat der Warburger Stadtrat die Zeichen der Zeit verstanden und will nicht zur Politikverdrossenheit beitragen.
Donnerstag, 5. Februar 2015
Banken im ländlichen Raum
Sparkassen ziehen sich aus der Fläche, d.h. dem ländlichen Raum zurück. Immer mehr Zweistellen werden geschlossen. Dies ist einen Entwicklung, die für die Bewohner des ländlichen Raums, insbesondere diejenigen, die nicht so mobil sind, fatal. In manchen Gegenden gibt es schon mobile Banken, die mit einem Bus verschiedene Orte anfahren. Dies ist zumindest eine Dienstleistung, die die negativen Folgen für die Kunden abfedert. Als Gründe für den Rückzug wird das Online-Banking aber neuerdings auch die niedrigen Zinsen und somit letztendlich der Umsatz genannt.
Sonntag, 25. Januar 2015
Land der Plagiatoren und Kopisten
Eines der Probleme mit dem Journalismus in Deutschland ist die zunehmend mangelnde Qualität und Originalität. Immer wieder findet man Artikel, die eigentlich nur Übersetzungen und Übertragungen von Vorlagen (Artikel, Berichte) aus anderen Zeitungen und Medien sind. Diesen werde aber selten oder nicht zitiert oder erwähnt. Manchmal wird auch die Grundaussage der ursprünglichen Texte verändert oder nur ein Aspekt herausgegriffen. Die Leser werden unwissend gehalten über den Ursprung und die Grundaussagen des Artikels. Man kann davon ausgehen, dass die Erstautoren bei der Nutzung von ihren Werken auch nicht honoriert bzw. bezahlt werden für die Verwendung ihre Vorlagen. Bei Bildern sieht die Rechtslage meist anders aus. Die Fotografen haben ein Anrecht auf die Verwertung ihrer Bilder, ein Autor nicht oder nur bedingt. Ähnliches gilt auch für Erfindungen und Innovationen. In wenigen Fällen können die Urheber auch von der Wiederverwendung ihrer Ideen materiell und ideell profitieren. Meist muss der Urheber einen schwierigen juristischen Prozess anstrengen. Dies kostet Geld und Zeit. Der Ausgang ist in der Regel ungewiss. Wenn die Kopisten wirtschaftlich mächtig und die Urheber finanziell klamm sind, dann erhöht sich das Risiko durch ein Rechtsverfahren zu seinem Recht zu kommen.
Die Gesetzgeber könnten bei diesem Problem Abhilfe schaffen, aber entweder wollen sie nicht (es wurden jüngst ja auch Plagiate bei Doktorarbeiten von Gesetzgebern aufgedeckt) oder sie wollen dieses Problem nicht erkennen oder die Lobby der Kopisten ist zu einflussreich. Wenn die Autoren und Urheber von ihren Innovationen leben könnten, dann wird aus dem Land der Plagiatoren und Kopisten ein Land der Dichter und Denker, d.h. ein Land mit Zukunft. Im ländlichen Raum ist die Verwendung von Textvorlagen auch nicht so gut ausgeprägt, aber vielleicht sollte von hier eine Änderung des Bewusstseins ausgehen. Dies würde einen dringend notwendigen Kulturwandel einläuten.
Die Gesetzgeber könnten bei diesem Problem Abhilfe schaffen, aber entweder wollen sie nicht (es wurden jüngst ja auch Plagiate bei Doktorarbeiten von Gesetzgebern aufgedeckt) oder sie wollen dieses Problem nicht erkennen oder die Lobby der Kopisten ist zu einflussreich. Wenn die Autoren und Urheber von ihren Innovationen leben könnten, dann wird aus dem Land der Plagiatoren und Kopisten ein Land der Dichter und Denker, d.h. ein Land mit Zukunft. Im ländlichen Raum ist die Verwendung von Textvorlagen auch nicht so gut ausgeprägt, aber vielleicht sollte von hier eine Änderung des Bewusstseins ausgehen. Dies würde einen dringend notwendigen Kulturwandel einläuten.
Dienstag, 13. Januar 2015
Fast wie beim Schützenfest
Das Attentat auf die Redaktion von Charlie Hebdo letzte Woche war schrecklich und brutal. Am Sonntag gab es in Paris eine riesige Demonstration, bei der viele Staatschefs mitgingen. Der Titel in den Zeitschriften am Sonntag war: Paris ist heute Welthauptstadt. Nun ja, heute wird in den Medien das Ereignis besprochen, warum fehlte Obama?, Sarkozy drängte sich nach vorne, Netanjahu hat sich selbst eingeladen, Merkel auf dem Foto in einer Zeitung ausgeschnitten usw. So stellt man sich die Diskussion beim Schützenfest vor, aber nicht bei einer Veranstaltung von dieser Tragweite. Was will die Presse mit diesen Royals Geschichten uns sagen? Wahrscheinlich nichts, sondern nur ablenken, oder? Denn der Mehrwert dieser Berichterstattung ist fragwürdig. Die Leute fragen sich doch, wie konnte dies trotz Sicherheitsmaßnahmen passieren? Wie erkläre ich dies den Kindern? Wie geht es nun weiter? Die Opfer aus dem Supermarkt wurden ganz vergessen. Dabei ist dieses Attentat nicht minder bedeutsam. Immerhin wollen viele Franzosen jüdischen Glaubens Frankreich verlassen. Aber auch für den Normalbürger stellt sich die Frage, wie sieht es mit der Sicherheit im Land aus? Heute wurde eine Studie in Washington veröffentlicht, die empfiehlt IS-Kämpfer, die aus den Kriegsgebieten zurückkommen, wieder gut zu integrieren, damit die Sicherheitsrisiken reduziert werden. Dies widerspricht vielen Prinzipien, bspw. Mörder nicht frei rumlaufen und in das Land einreisen zu lassen. Zudem sollen diese Leute mit viel Geld gefördert werden, obwohl andere Menschen die keine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen, vielleicht mehr Hilfe benötigen. Damit werden die westlichen Werte in Frage und das Gefühl für Gerechtigkeit auf den Kopf gestellt und die Angst vor neuen Anschlägen in der Bevölkerung erhöht. Darüber liest man nichts in den Medien. Werden sich die Europäer langsam daran gewöhnen müssen, dass hier eine ähnliche Sicherheitslage wie im Nahen Osten entsteht? Warum nur?
Freitag, 9. Januar 2015
Innovation und Europa
Europa ist alt, Europa ist träge, dies sind Aussagen von Leuten, die Europa auf dem absteigenden Ast sehen. Ob sie damit die Europäer anspornen oder nur abschreiben wollen, um davon zu profitieren, muss im Einzelfall untersucht werden. Europa hat heute Kosten durch Probleme, wie durch den Euro (Währungs- und Schuldenkrise) und durch den Terrorismus mit den Sicherheitsmaßnahmen, die bei Leuten fehlen die Familien gründen möchten und zudem fehlt das Geld bei den Renten. Aber ein weiteres Problem in Europa ist die schwache Innovationskultur. Es wird zwar in einigen nordeuropäischen Ländern Geld in Forschung und Entwicklung gesteckt, aber die Erfinder und Forscher profitieren davon nicht, weil die Innovationen von Leuten kopiert werden, deren Mühe nun im Kopieren aber nicht im Entwickeln liegt. Wenn die Ideen von großen Unternehmen aufgegriffen werden, haben die Erfinder und Forscher keine oder wenig Chancen auf finanzielle Entschädigung. Dabei ist es für die Lebensgrundlage dieser Gruppe wichtig Einnahmen zu erhalten und Anerkennung. Es wäre im Sinne der Allgemeinheit, wenn Innovation denjenigen zu gute kommt, die sie auf den Weg bringen und nicht, diejenigen die aufgrund ihrer Stärke am Markt sich neuer Ideen anderer bedienen, bevorteilt. Selbst in Unternehmen selbst ist die Innovationskultur meist schwach ausgeprägt. Da ist es auf dem Land noch einfach, wenn Landwirte Verbesserungsideen haben, dann sind sie meist aufgrund von Desinteresse Dritter geschützt. Oder sie teilen ihre Ideen untereinander.
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