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Freitag, 15. August 2014
Mehr Kultur- und Geschichtsarbeit anstatt Touristenattraktionen
Der Regionalforscher und Kulturgeograph Werner Bätzing von der Universität Erlangen stellt fest, dass die Gemeinden in den Alpen, abseits der Städte, die gleichen Probleme hätten, wie Gemeinden im ländlichen Raum. Er sieht in dem dünn besiedelten ländlichen Räume eine wichtige Funktion: "Sie sind notwendig, damit die großstädtischen Netzknoten auf Dauer stabil bleiben." Die Zeitung interpretiert dies so: ,Der ländliche Raum sorge für Bodenhaftung bei den Städtern, indem er ihnen Identität gebe und Naturerleben ermögliche.' Bätzing sieht in dem Aufbau von spektakulären Touristenattraktionen den falschen Ansatz, da durch Konkurrenz unter den Gemeinden, der 'Wow Effekt' einer neuen touristischen Einrichtung schnell verhallt. Die Besucher sollten eher sich mit der Umwelt, der Geschichte und Kultur des Raums auseinandersetzen. Dies ist genau die entgegengesetzte Richtung. Um Bätzing´s Vorschlag umzusetzen, müssten die Gemeinden die Kultur- und Geschichtsforschung vor Ort fördern. Bislang werden diese Aufgaben einigen wenigen Idealisten bearbeitet, die noch selber dafür noch Gelder ausbringen müssen. D.h. mehr Kultur- und Geschichtsarbeiten anstatt aufwändige Touristenattraktionen. Mit Touristenattraktionen sind nicht Sehenswürdigkeiten gemeint, sondern künstliche, meist teuere, Publikumsattraktionen. Zusammengefasst: Die regionale und historische Wertschätzung und Identität sollte durch die Verantwortlichen (Gemeinden, Tourismuseinrichtungen) mehr hervorgehoben werden.
Montag, 23. Dezember 2013
Wiedereinführung alter Kfz-Kennzeichen: eine Bilanz
261 alte Kfz-Kennzeichen wurden wieder genehmigt. Dies ist beachtlich. In machen Kreisen wurde sogar die Wiedereinführung zuerst verhindert und später genehmigt, wie im Kreis Waldeck-Frankenberg im Rahmen der Kommunalwahl. Die Argumente, dass die Wiederzulassung von Altkennzeichen Mehrkosten verursachen ist unglaubwürdig, wie Fachleute versichern. Das Argument der Gegner, dass dadurch die Identität des durch die Gebietsreform neugeschaffenen Kreises gefährdet ist fragwürdig. In vielen Kreiswappen sind beide vorherigen Kreiswappen vereinigt. Hier soll das Argument nicht gelten. In Bayern, ein Land mit unverkennbarer Identität, wurden die meisten Altkennzeichen genehmigt. Vielleicht ist die Verweigerung durch die Lokalpolitik ein Zeichen von fehlender Identität und schwachem Regionalbewusstsein? Es bleibt zu hoffen, dass im Laufe von Kommunalwahlen die Lokal- und Kreispolitiker ihre Argumente noch mal auf den Prüfstand stellen. Denn einige Wähler haben die Ablehnung der Wiedereinführung nicht vergessen.
Montag, 14. Oktober 2013
Braucht das Land Heimatministerien?
In Bayern wurde zu Beginn der neuen Legislaturperiode im Herbst 2013 das Landesfinanzministerium, um das Ressort Heimat erweitert. Da stellt sich zunächst die Frage braucht man so ein ministerielles Ressort? Man könnte denken, dass sich die Landesregierung schon ausreichend um die Heimat sorgt. Wenn man die weitere Bezeichnung des Ministeriums nämlich ,Landesentwicklung' liest, dann versteht man, dass man die ländliche Infrastruktur damit fördern möchte. Es sollen Defizite im ländlichen Raum (Internetversorgung, Ärztemangel usw.) von der Landeshauptstadt aus zentral beseitigt werden. Wahrscheinlich wird das Ministerium auch mehr bei kommunalen Belangen ein Mitspracherecht bekommen. Da sind zum einen die kommunalen Haushalte, die meist überschuldet sind, und zum anderen auf der kommunalen Ebene Herausforderungen und gute Lösungen gefragt, die die Freien Wähler stark gemacht haben und welche der Mehrheitspartei Stimmen gekostet haben. Geschickt angedacht ist die Einrichtung dieser Ressortabteilung in Nürnberg, quasi als Gegenpol zur Landeshauptstadt München. München platzt eh aus allen Nähten und das Wachstum ist eher im Norden dieses Bundeslandes notwendig. Der Ministerpräsident hat aber ausgeschlossen, dass mit dem Heimatministerium die Folklore gefördert werden soll. Der Begriff Heimatministerium scheint eine geschickte Wortwahl zu sein, in einer Zeit, in der immer mehr Integrationsministerien eingerichtet werden und eine ebenso starke Zuwanderung zu verzeichnen ist. Mit dem Begriff fühlen sich die Einheimischen vielleicht wieder mehr angesprochen und ernst genommen. Hier liegt aber die Gefahr der Begriffswahl. Denn wenn die Bürger von den Erwartungen, die sie mit diesem Begriff verbinden, enttäuscht werden, kann er auch für die politischen Verantwortlichen leicht ein Bumerang werden. Denn immer mehr Wähler haben das Gefühl, dass sie nicht mehr von der Politik wahrgenommen werden und anstatt dessen Gruppen, die eine gute Lobby besitzen, ,,die Sahneschnitten'' von der Politik frei Haus geliefert bekommen. Deshalb sollten die Verantwortlichen ernsthaft überlegen bzw. nachdenken lassen, welche Erwartungen der Bürger mit diesem Ministerium verbindet. Der Mensch lebt nicht nur von Brot und Wasser allein, sondern auch von Kultur, geistigen Anregungen und die Identifikation mit der und der Bindung zur Region gehören auch dazu. Das Immaterielle entsteht nicht von selbst. Diesen Punkt haben die deutschen Politiker in der Vergangenheit stark vernachlässigt. Sie reden zwar immer von Identität und Werten, aber sie tragen zu deren Erhalt nichts oder zu wenig bei. Wenn die Infrastruktur das Materielle darstellt, dann sollte analog auch das Immaterielle gefördert werden.
Dienstag, 3. Januar 2012
Prosit Neujahr 2012 !
Eine Frage, welche in diesem Jahr hier im Blog gestellt wird und welcher hier nachgegangen werden soll, ist die der Identität mit dem Ort Welda. Identität bedeutet für jeden Menschen etwas anderes. Die Menschen identifizieren sich entweder mit den Menschen vor Ort oder mit der Landschaft (Gemarkung) oder mit den Gebäuden oder mit der Kirche, der Sprache bzw. Kultur, dem Zusammenleben. Was ist Ihre Meinung zu diesem Thema?
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