Diese Tage fragte ein Nichtdeutscher, wie es denn möglich sei, dass die Kirchen über soviel Güter verfüge, obwohl deren Besitz erst vor etwa 200 Jahren säkularisiert wurde. Die Beantwortung dieser Frage ist gar nicht so einfach. Der Hintergrund der Frage war wohl eine Fernsehdokumentation Anfang September d.J.. Darüber kann man sich hier informieren. Das Begriffspaar Kirche und Wohlstand sind meist schon so vertraut, dass man sie fast schon als Synonyme verwenden kann. Aber entspricht dieser kirchliche Wohlstand der christlichen Botschaft? Die Kirchen und die kirchlichen Einrichtungen profitieren von einem Ansehen unter den Gläubigen, welches erstere nicht immer verdienen. Die Zahl der schwarzen Schafe in den eigenen Reihen wurde nie gezählt und meist werden sie auch nicht zur Rechenschaft gezogen. Aber so wie es ausschaut, sind die Kirchen Organisationen mit Banken und Vermögens- und Immobiliengesellschaften, die von den erworbenen materiellen Gütern allein gut leben könnten. Kein Wunder, dass die Kirchensteuer in Frage gestellt wird. Wenn man überlegt, dass so manche Gläubige Phasen mit finanziellen Durststrecken durchlaufen und Angst vor Arbeitslosigkeit und Armut haben, und die Kirchen ihnen nicht helfen, dann versteht man warum es in diesen Breitengraden das Christentum unbedeutender wird und es immer weniger Nachwuchs gibt. Um auf die eingangs gestellte Frage zurückzukommen. Die Kirchen und kirchlichen Einrichtungen haben den Besitz von Gläubigen geerbt, weil diese mit dem Erbe den christlichen Glauben stärken wollten. Aber der Reichtum hat die Kirchenvertreter satt und müde gemacht. Sie haben sich als 'unwürdige Verwalter im Weinberg des Herrn' erwiesen. Vielleicht sollten die Kirchen den Gläubigen, die sich in der Not befinden nicht nur begleiten sondern mehr materiell helfen? Wenn dies nicht erfolgt, sollte man darüber nachdenken ihren Besitz zu begrenzen. Eine christliche Institution darf nicht Armut produzieren oder verwalten sondern dazu beitragen die Armut abzubauen.
Stat
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Sonntag, 14. September 2014
Donnerstag, 30. Januar 2014
"Was willste machen?"
"Was willste machen?" Dieser Ausdruck wird in Ostwestfalen (OW) gerne nach Erzählungen von scheinbar aussichtslosen Sachverhalten verwendet. In Berlin sagt man hingegen eher "alternativlos". Nun ja, die südlichere Region in OW hat auch nie gelernt, für eine Sache zu kämpfen, höchstens mit ein paar schrillen kritischen Tönen dagegen. Ein scheinbar aussichtsloser Sachverhalt ist der vor kurzem eingeführte neue Pastoralverbund. Drei Priester beackern Gottes Feld in 16 Warburger Gemeinden plus einigen benachbarten Siedlungen. Alles ist in Versammlungen mit Gemeinderäten einvernehmlich abgesprochen oder doch nur von oben durchgedrückt? Erst gab es drei Gottesdienste am Sonntag bzw. Samstagabend pro Ort. Dann ist ein Geistlicher krank geworden, dann gab es nur noch zwei. Die Gottesdienstzeiten wechseln auch immer wieder, anscheinend damit die Gläubigen die Lust verlieren, überhaupt noch in die Kirche zu gehen. Es ist sogar schon passiert, dass Pfarrer selbst die zugeteilten Gottesdienste vergessen. Die Pfarrer fahren von einem Gottesdienst zum nächsten. Zeit für Gespräche vor Ort mit den Gläubigen bleibt da nicht mehr. Unter Seelsorgedienst versteht man eigentlich etwas anderes. Aber auch während der Woche gibt es vor Ort keine Sprechstunden mit den Priestern. Nur bei Beerdigungen, Taufen und Hochzeiten bekommt man noch ein Gespräch mit einem Priester. Das Argument, dass es immer weniger Priesteramtskandidaten gibt und Nachwuchs fehlt, wird meist als Grund vorgeschoben. Aber die alten Priester im Ruhestand dürfen auch nicht immer einen Gottesdienst zelebrieren, wenn sie wollen, höchstens wenn sie sollen (nach Meinung der amtlichen Priester). Das Ganze ist in anderen Institutionen auch bekannt. Die Alten sollen zu keiner unliebsamen Konkurrenz werden. Die Bedürfnisse und Wünsche der Gläubigen werden der Politik und Philosophie der Leitungshierarchie untergeordnet. Was die Kirchenverantwortlichen noch nicht verstanden haben, ist, dass man die Seelsorger da einsetzt, wo sie gebraucht werden. Und dies ist weniger in der Verwaltung und bei Renovierungen, sondern da, wo die Gläubigen Unterstützung brauchen. In der Schweizer Kirche können auch Laien die Verwaltungsaufgaben übernehmen. Diese Veränderung bedeutet gewiss für die Priester auch Abgabe von einem Teil der Macht und Kontrolle. Es muss die Arbeit der hauptberuflichen Laien und auch der Ehrenamtlichen mehr geschätzt werden, was in den letzten Jahren zu selten geschah. Denn christliche Laien können durchaus gute Verwalter und Gestalter in der Kirche sein. Ob die Laienverantwortung in der Schweiz an der Nähe zu Rom liegt, darf man bezweifeln. Aber vielleicht sind die Schweizer einfach intelligenter? Deshalb muss man für mehr Seelsorge und mehr Nähe zu den Gläubigen und weniger Verwaltung und Macht plädieren. Analog dazu passt ein Werbespruch einer deutschen Wochenzeitschrift: Gute Taten, gute Taten, gute Taten und immer an die Gläubigen denken!
Dienstag, 18. Dezember 2012
Nachdenkliches zu Weihnachten
Für manche ist Weihnachten ein Fest der Geschenke, für andere ist der vorweihnachtliche Advent eine Zeit der Einkehr und Besinnung und für einige kleine Ortschaften, die keinen Pfarrer mehr haben, weil die Pfarrstelle im Ort nicht wiederbesetzt wurde, ist sie eine Zeit, Erfahrungen zu sammeln. In diesen Ortschaften wird sich zeigen, ob die
Orte besser oder schlechter mit bzw. ohne Pfarrer leben können. Weil dieses Jahr Weihnachten erstmals ohne Pfarrer ist, fällt in Welda die Christmette aus. So hat sich die Kirchengemeinde dazu entschlossen,eine christmettliche Feier mit Gesängen und Krippenspielen in der Kirche anstatt des gewohnten weihnachtlichen Gottesdienstes auszurichten. Dies ist ein Pluspunkt für die Kirchengemeinde. Es muss nicht unbedingt einen Minuspunkt für den bisherigen Pfarrer bedeuten, aber für den Pastoralverbund. Auch wenn das Fehlen des Pfarrers hier zur Selbstinitiative geführt hat, wird sich zeigen, wie die Gemeinde ohne pastorale Dienste und Betreuung vor Ort sich fortlaufend entwickeln wird. In vielen dieser Orte wird sich ein Leben ohne Ortspfarrer
entwickeln (müssen). Und am Ende jedes Jahres ist ein Fazit aus dem Vergleich der Erfahrungen mit und ohne Pfarrer erlaubt. Aber das Problem der pastoralen Betreuung bleibt. Mit rotierenden Diensten der Geistlichen und mit wechselnden Gottesdienstzeiten, ohne Transportangebot für die Gläubigen zu Gottesdiensten in anderen Kirchen bzw. Nachbarorten wird es schwierig, deren Bindung zur Kirche zu halten. Geistliche als ,müde' fliegende Händler und Gläubige, ob jung und alt, sollen zu Gottesdienstveranstaltungen anreisen, obwohl die meisten kein Auto besitzen und kein Fahrdienst eingerichtet wird. Es scheint, dass hier Dilettanten als verwaltende Manager ohne menschliches Herz und christliches Augenmaß sowie ohne Sinn für menschliche Bedürfnisse und Gewohnheiten der Gläubigen am Werk sind. Es erweckt den Eindruck, dass
die Begriffe ,Pastoralverbund' oder ,Pastoraler Raum' irreführend verwendet werden. Bei der Umsetzung scheint eine Verwaltungsidee dahinterzustecken, wie beim klassischen Pfarramt, nur mit weniger Priestern, garniert mit ein paar modernen Managementelementen. Die Verwaltung der ,Pastoralverbünde' gehört in die Hände von Fachleuten, die hauptsächlich Laien sind. Damit haben die Priester mehr Zeit für die eigentliche Seelsorge. Trotzdem allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.
Orte besser oder schlechter mit bzw. ohne Pfarrer leben können. Weil dieses Jahr Weihnachten erstmals ohne Pfarrer ist, fällt in Welda die Christmette aus. So hat sich die Kirchengemeinde dazu entschlossen,eine christmettliche Feier mit Gesängen und Krippenspielen in der Kirche anstatt des gewohnten weihnachtlichen Gottesdienstes auszurichten. Dies ist ein Pluspunkt für die Kirchengemeinde. Es muss nicht unbedingt einen Minuspunkt für den bisherigen Pfarrer bedeuten, aber für den Pastoralverbund. Auch wenn das Fehlen des Pfarrers hier zur Selbstinitiative geführt hat, wird sich zeigen, wie die Gemeinde ohne pastorale Dienste und Betreuung vor Ort sich fortlaufend entwickeln wird. In vielen dieser Orte wird sich ein Leben ohne Ortspfarrer
entwickeln (müssen). Und am Ende jedes Jahres ist ein Fazit aus dem Vergleich der Erfahrungen mit und ohne Pfarrer erlaubt. Aber das Problem der pastoralen Betreuung bleibt. Mit rotierenden Diensten der Geistlichen und mit wechselnden Gottesdienstzeiten, ohne Transportangebot für die Gläubigen zu Gottesdiensten in anderen Kirchen bzw. Nachbarorten wird es schwierig, deren Bindung zur Kirche zu halten. Geistliche als ,müde' fliegende Händler und Gläubige, ob jung und alt, sollen zu Gottesdienstveranstaltungen anreisen, obwohl die meisten kein Auto besitzen und kein Fahrdienst eingerichtet wird. Es scheint, dass hier Dilettanten als verwaltende Manager ohne menschliches Herz und christliches Augenmaß sowie ohne Sinn für menschliche Bedürfnisse und Gewohnheiten der Gläubigen am Werk sind. Es erweckt den Eindruck, dass
die Begriffe ,Pastoralverbund' oder ,Pastoraler Raum' irreführend verwendet werden. Bei der Umsetzung scheint eine Verwaltungsidee dahinterzustecken, wie beim klassischen Pfarramt, nur mit weniger Priestern, garniert mit ein paar modernen Managementelementen. Die Verwaltung der ,Pastoralverbünde' gehört in die Hände von Fachleuten, die hauptsächlich Laien sind. Damit haben die Priester mehr Zeit für die eigentliche Seelsorge. Trotzdem allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.
Sonntag, 19. Februar 2012
''Stern Magazin'' erhebt Paderborner Erzbischof Becker zum Kardinal
Zur Allgemeinbildung jedes deutschsprachigen Lesers gehört heutzutage das Wissen, dass die ''Stern-Magazin- bzw. die stern.de- Online-Redaktion'' von Religion, Christentum bzw. katholischer Kirche wenig Ahnung hat. Es gibt viele, viele Beispiele, die dies beweisen, wie jüngst dieses Info-Video, anlässlich der Kardinalskreierung (d.h. Verleihung des Kardinaltitels) durch Papst Benedikt XVI. am 18. Februar 2012 im Vatikan. Dies ist zu finden auf der Online Ausgabe des Magazins. Dort sieht man den Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker (*1948) in der 12. Sekunde des Streams, der dort anstatt des aus Köln stammenden Jesuitenpaters und Dogmatik-Professors Karl Josef Becker (*1928) abgebildet ist. Über die Pannen der Tagesschau bzgl. der Verwechselung von Flaggen wurde viel berichtet und die Redaktion kritisiert. Dieser Fall einer Porträt-Fotobild-Verwechselung ist ebenso peinlich wie aufschlussreich. Diese Pannen offenbaren das wahre Problem des deutschen Journalismus, der sich gerne unter dem Label Qualitätsjournalismus verkauft. Qualität ist ein Begriff, der meist mit dem Begriff Produktion verknüpft wird. Aber die Bezeichnung ''Qualität'' beinhaltet keine Bewertung, denn es gibt gute und schlechte Qualität. Die Marketingabteilungen wünschen bei eigenen Wortbildungsvorgängen mit dem Begriff Qualität das Wortbildungsergebnis dahingehend zu manipulieren, dass die Sprecher glauben, dass mit dem zusammengesetzten Wort so etwas wie Güte gemeint ist. Die Qualität eines Produkts (ob Auto oder Zeitung usw.) spiegelt die Kultur des jeweiligen Produzenten wider. Was besagt die Entwicklung der Qualität der deutschen Medienprodukte über die Kultur des deutschen Journalismus (und auch über unsere Gesellschaft?
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