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Dienstag, 7. Oktober 2014
OECD Regionalstudie: Krise erhöht die Kluft zwischen Regionen
In einer neuen Studie zu den Regionen untersuchte die OECD die Unterschiede bzgl. Einkommen und Lebensqualität zwischen den Regionen. Ein Ergebnis ist, dass die Kluft, d.h. das Wohlstandsgefälle, zwischen den Regionen durch die Krise vergrößert werden. Dies ist nicht nur in den südlichen Ländern der Eurozone sondern auch in Deutschland auffallend. Erfahrungsgemäß zählen die neuen Bundesländer auch dazu, hier eine andere Studie. Leider fehlen in den Graphiken einige der alten Bundesländer. Die Frage ist, ob die Flächenstaaten (Bundesländer) mit großen regionalen Unterschieden ausreichend differenziert werden können?
Mittwoch, 16. Juli 2014
Die ländliche Idylle als Projektionsfläche von Städtern
Eine neue Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach hat im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine Umfrage durchgeführt. Es wurden folgende Aussagen festgestellt: Die Lebensbedingungen sollen laut Umfrage nicht so weit auseinanderlaufen, wie man es aufgrund der öffentlichen Debatte vermuten könnte. Aber die ''psychologische Distanz'' zwischen Stadt und Land ist schon merklich und nimmt immer mehr zu. Bei der Beurteilung der Infrastruktur, sind in den Städten nur 3% und auf dem Land 15% der Bevölkerung mit der Gesundheitsversorgung unzufrieden. Bei den Einkaufsmöglichkeiten beurteilen 25% und beim öffentlichen Transport 40% der Bewohner auf dem Land die Lage als weniger oder nicht gut. Zu beachten ist dabei: Dies sind gemittelte Werte, die je nach Einwohnerdichte und Region vom Mittelwert abweichen. Bemerkenswert sind die Veränderungen auf die Frage: ,, Wo haben die Menschen Ihrer Ansicht nach ganz allgemein mehr vom Leben: auf dem Land oder in der Stadt?“ 1956 beantworteten 59% in der Stadt und 19% auf dem Land, 1977 beantworteten 39% in der Stadt und 43% auf dem Land und 2014 nur noch ca. 20% in der Stadt. Offensichtlich wird das Landleben als ,,gesünder, ruhiger und natürlicher'' empfunden. Mit dem ländlichen Raum verbindet man ,,gute Luft, günstiger Wohnraum, Nachbarschaftshilfe und weniger Einsamkeit sowie Glück'', während man in der Stadt den Abwechselungsreichtum, schätzt aber auch mit Schmutz und Lärm in Verbindung bringt. Hier werden Idealbilder, durch Bauernhof-Bilder und Zeitschriften wie ''Landlust'' und das Landwirtschaftliche Wochenblatt entwickelt, die vielleicht erklären warum die Grüne-Partei beste Wahlergebnisse in den großen Städten bekommt. Je mehr es den Städtern an Kontakten zum ländlichen Raum und deren Bevölkerung fehlt, desto stärker ist die Idylle ausgeprägt. Vielleicht können Partnerschaftsprogramme zwischen Großstädten und dem ländlichen Raum helfen Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu helfen?
Dienstag, 17. Juni 2014
Landflucht als Thema
Die Landflucht ist schon lange in der europäischen Geschichte bekannt. Die Bewohner sind aus unterschiedlichen Gründen aus kleineren in größere Siedlungsplätze gezogen. Heute sind die Wege vielleicht etwas länger und die Altersstruktur der Gruppe ist anders als früher. Aber vor allem macht sich der Geburtenrückgang auf dem Land bemerkbar, denn früher blieb meist immer ein Kind bei den Eltern. Heute gibt es in einer großen Tageszeitung einen Bericht über die Landflucht, in der eine Studie vom Wiener Institut für Demographie referiert wird. Angeblich soll das Haus im Grünen nicht mehr so attraktiv sein und die Großstädte als Wohn- und Arbeitsorte aufgrund der bezahlbaren Mieten attraktiver geworden sein. Eine Ost-West-Wanderung hat. laut Studie, heute keine große Bedeutung mehr, so wie nach der Wiedervereinigung. Der Trend soll zur Verstädterung gehen. Nun das Ergebnis zu den bezahlbaren Wohnungen widerspricht gerade den Aussagen der Mietervereine, dass der Wohnraum in den Städten in letzter Zeit teuer geworden ist. Man kann eher eine Kostenrechnung aufmachen, ist das Leben in der Stadt oder auf dem Land mit all den Nebenkosten günstiger? Wenn das Internet auf dem Land nicht verfügbar ist, dann ist auch ein Arbeiten (Homeworking) von zuhause schwierig. Für manche Bewohner zählt der Freizeitwert auf dem Land mehr als in der Stadt und umgekehrt. Manchmal ist der Besitz (bspw. geerbten Haus) der Grund, warum man auf dem Land bleibt. Aber wenn kein Arbeitsplatz vor Ort zu bekommen ist, dann zieht man notwendigerweise in die Ballungsräume. Hinzu kommt die Überwindung von Distanzen zum Einkaufen und Arztbesuchen, aber wenn man in einer Großstadt von einer in die andere Ecke der Stadt fährt verliert man genauso viel Zeit. Der Mangel an Infrastruktur ist gewiss ein wichtiger Faktor, bei der Entscheidung, wo man wohnen möchte. Aber hier haben die Menschen noch unterschiedliche Vorstellungen. Warum gehen die Unternehmen nicht mehr in den ländlichen Raum? Hier sind die Voraussetzungen für günstige Lebenskosten der Arbeitnehmer besser als in Großstädten. Viele bekannte deutsche Unternehmen (Bertelsmann, Würth, SAP usw.) sind abseits der Ballungsräume und Großstädte groß geworden. Warum nutzt man nicht den Strom vor Ort, um dort Arbeitsplätze anzusiedeln anstatt eine Stromtrasse quer durch Deutschland zu bauen. Auf bundesweites Ebene könnte man gegen diesen Trend der Verstädterung etwas unternehmen und würde mehrere Probleme gleichzeitig damit lösen.
Montag, 9. April 2012
Kneipensterben in Deutschland -- Welda als Phänomen
Welda, ein Ort mit 850 Einwohnern, ist mit den vier ''real existierenden'' Gaststätten nicht nur in der Region Hochstift Paderborn und im benachbarten Nordhessen ein Phänomen. Denn in vielen anderen Ortschaften der Region und selbst in manchen Ortsteilen des Warburger Stadtgebiets existiert kein einziges Wirtshaus mehr.
Eine neue Studie hat das Kneipensterben in den letzten 10 Jahren untersucht. In diesem Zeitraum wurden 12,000 Schankbetriebe in Deutschland geschlossen. Ein Teilergebnis der Studie lautet: Während in Niedersachsen und Hamburg das Kneipensterben in diesem Zeitraum besonders hoch war, hat sich die Zahl der Kneipen in Berlin fast verdoppelt. Ein Diskutant meint, dass in Hamburg die Bierpreise im Vergleich zu Berlin höher wären. Dies soll ein Grund für diese Diskrepanz sein. Andere führen den Grund für die vielen Schließungen auf das Rauchverbot für Gaststätten zurück. Die Argumentation in den Artikeln und in der Diskussion verläuft etwas in der Richtung: Haltet den Dieb! Während der Schankbetrieb in Vereinshäusern als eine Ursache für die Entwicklung gesehen wird, meint ein hoher Landespolitiker, dass die Feuerwehrhäuser mit eigener Bierzapfanlage Schuld an dieser Entwicklung wären. In Bayern gibt es in 500 der insgesamt 2200 Ortschaften kein einziges Wirtshaus mehr. Manche sehen auch die Senkung der Promillegrenze für Kraftfahrzeugführer als Grund für das Kneipensterben.
Der Professor für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingelstadt Dr. Florian Kohnle, der zur Zeit eine Studie zum Thema erarbeitet, äußert sich so: "Mit dem Wirtshaus verschwindet eine Einrichtung mit hohem sozialen und kulturellen Stellenwert aus den Gemeinden". Dies sind erhebende Worte, aber ein schwacher Trost für die Bewohner von Ortschafen ohne Wirtshaus. Ist denn in Berlin wirklich der Bedarf an Errichtungen mit sozialem und kulturellem Stellenwert gestiegen und gibt es in Berlin weniger Vereine mit Zapfanlagen als im Rest des Landes?
Neben dem Wandel in der Gesellschaft, zählt heute, dass die Menschen ein anderes Freizeitverhalten, eine veränderte Arbeitswelt sowie eine andere Mobilität besitzen. Wo gibt es noch Stammtische nach dem sonntäglichen Gottesdienst? In welchen Ortschaften gibt es denn noch Gottesdienste jeden Sonntag? Wo beschaffen sich die Leute die neusten Informationen und wo werden diese diskutiert?
Man darf nicht vergessen, dass manche Wirtshäuser geschlossen werden, weil keine Nachfolger gefunden werden. Zudem geben die Banken den Wirten für die Eröffnung und Renovierung von Gasthäusern auch keine Kredite mehr. Auch die Brauereien finanzieren die Wirtshauseinrichtungen, die exklusiv ihr Bier ausschenken, nicht mehr so leicht wie früher. Bei der Übergabe einer Gastwirtschaft werden zudem die zu erfüllenden Bedingungen an die Schanklizenzen von den Behörden stetig erhöht. Die Überregulierung des Staates macht somit den Erhalt und die Fortführung der Wirtshäuser auch nicht leichter. Wenn dann noch Vereine als ''Konkurrenzbetriebe'' auftreten, dann ist der Umsatz und somit das monatliche Auskommen der Betreiber, in den ohnehin umsatzschwachen Ortschaften, gefährdet. Insgesamt kann man den Wirten nichts vorwerfen, wenn sie ihre Schankbetriebe aufgeben. Denn in anderen Berufen verdienen oft mehr und zudem haben sie meist in anderen Berufen auch angenehmere Arbeitszeiten. Und für sozio-kulturelle Arbeit gibt es keine finanzielle Zulagen.
Eine neue Studie hat das Kneipensterben in den letzten 10 Jahren untersucht. In diesem Zeitraum wurden 12,000 Schankbetriebe in Deutschland geschlossen. Ein Teilergebnis der Studie lautet: Während in Niedersachsen und Hamburg das Kneipensterben in diesem Zeitraum besonders hoch war, hat sich die Zahl der Kneipen in Berlin fast verdoppelt. Ein Diskutant meint, dass in Hamburg die Bierpreise im Vergleich zu Berlin höher wären. Dies soll ein Grund für diese Diskrepanz sein. Andere führen den Grund für die vielen Schließungen auf das Rauchverbot für Gaststätten zurück. Die Argumentation in den Artikeln und in der Diskussion verläuft etwas in der Richtung: Haltet den Dieb! Während der Schankbetrieb in Vereinshäusern als eine Ursache für die Entwicklung gesehen wird, meint ein hoher Landespolitiker, dass die Feuerwehrhäuser mit eigener Bierzapfanlage Schuld an dieser Entwicklung wären. In Bayern gibt es in 500 der insgesamt 2200 Ortschaften kein einziges Wirtshaus mehr. Manche sehen auch die Senkung der Promillegrenze für Kraftfahrzeugführer als Grund für das Kneipensterben.
Der Professor für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingelstadt Dr. Florian Kohnle, der zur Zeit eine Studie zum Thema erarbeitet, äußert sich so: "Mit dem Wirtshaus verschwindet eine Einrichtung mit hohem sozialen und kulturellen Stellenwert aus den Gemeinden". Dies sind erhebende Worte, aber ein schwacher Trost für die Bewohner von Ortschafen ohne Wirtshaus. Ist denn in Berlin wirklich der Bedarf an Errichtungen mit sozialem und kulturellem Stellenwert gestiegen und gibt es in Berlin weniger Vereine mit Zapfanlagen als im Rest des Landes?
Neben dem Wandel in der Gesellschaft, zählt heute, dass die Menschen ein anderes Freizeitverhalten, eine veränderte Arbeitswelt sowie eine andere Mobilität besitzen. Wo gibt es noch Stammtische nach dem sonntäglichen Gottesdienst? In welchen Ortschaften gibt es denn noch Gottesdienste jeden Sonntag? Wo beschaffen sich die Leute die neusten Informationen und wo werden diese diskutiert?
Man darf nicht vergessen, dass manche Wirtshäuser geschlossen werden, weil keine Nachfolger gefunden werden. Zudem geben die Banken den Wirten für die Eröffnung und Renovierung von Gasthäusern auch keine Kredite mehr. Auch die Brauereien finanzieren die Wirtshauseinrichtungen, die exklusiv ihr Bier ausschenken, nicht mehr so leicht wie früher. Bei der Übergabe einer Gastwirtschaft werden zudem die zu erfüllenden Bedingungen an die Schanklizenzen von den Behörden stetig erhöht. Die Überregulierung des Staates macht somit den Erhalt und die Fortführung der Wirtshäuser auch nicht leichter. Wenn dann noch Vereine als ''Konkurrenzbetriebe'' auftreten, dann ist der Umsatz und somit das monatliche Auskommen der Betreiber, in den ohnehin umsatzschwachen Ortschaften, gefährdet. Insgesamt kann man den Wirten nichts vorwerfen, wenn sie ihre Schankbetriebe aufgeben. Denn in anderen Berufen verdienen oft mehr und zudem haben sie meist in anderen Berufen auch angenehmere Arbeitszeiten. Und für sozio-kulturelle Arbeit gibt es keine finanzielle Zulagen.
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