Stat
Sonntag, 5. Oktober 2014
Weltlehrertag im ländlichen Raum
Heute am 5. Oktober gedenkt man den Weltlehrertag. Viele ländliche Gemeinden würden sich gerne daran beteiligen. Aber in vielen kleinen Ortschaften gibt es keine Schulen mehr. Viele Schulen wurden geschlossen. So bleibt den älteren Bewohnern nur noch die Erinnerung an die Lehrer, die Ortskenntnisse hatten, die Ausflüge in die Natur mit den Schülern gemacht haben, die Bücher über den Ort geschrieben haben und in irgendeiner anderen Form dem Ort mit ihrem Wissen und ihren Kenntnissen geholfen haben.
Anstatt Stromtrasse Arbeitsplätze vor Ort schaffen!
Zur Energiewende zählt das Projekt der Stromtrasse, welche den an der Nordseeküste produzierten Strom aus Windenergie nach Süddeutschland transportieren soll. Durch den Bau der Trasse sind meist ländliche Gebiete betroffen und deren Kulturlandschaften werden damit zerstört. Die Frage ist vielmehr, warum man den Strom nicht vor Ort, in der Nähe der Windkraftwerke nutzen kann? Mit den Investitionen könnte man Arbeitsplätze vor Ort schaffen. Dies würde die Abwanderung von Arbeitskräften gen Süden etwas reduzieren und dem ländlichen Raum in doppelter Hinsicht helfen. Aber die Diskussion geht nun eher dahin, dass der deutsche Strommarkt zwischen Nord und Süd zweigeteilt wird. Dieses unbegründete Angstszenario geht am eigentlichen Thema vorbei und ist eine fragwürdige Strategie.
Freitag, 3. Oktober 2014
Zum Tag der Deutschen Einheit im ländlichen Raum
Am Tag der Deutschen Einheit, dem Nationalfeiertag Deutschlands, sollte auch an die Einheit zwischen der städtischen und ländlichen Bevölkerung gedacht werden. Bislang gab es immer Verbindungen, insbesondere in Krisenzeiten, wenn beispielsweise Lebensmittel knapp wurden oder die Städter, während der Kriege, evakuiert werden mussten. Deshalb war die ländliche Region und ihre Bevölkerung auch unter den Städtern geschätzt. Heute hat sich die Landwirtschaft und der Markt stark verändert. Die Landwirtschaft ist industrieller geworden und die Lebensmittel werden weltweit bezogen. Somit scheint diese Art der Solidarität nicht mehr notwendig. Aber gerade die jüngsten Krisen zeigen, dass der Status quo des Friedens und des weltweiten Freihandels nicht ewig so bleiben muss. Zudem profitieren die Ballungsräume immer noch von der Zuwanderung jüngerer Generationen aus den ländlichen Regionen. Aber diese fallen weniger auf, als die Zuwanderung aus anderen Kontinenten. Darüber kann man auch mal nachdenken. Schön wäre es, wenn die Feierlichkeiten zum Feiertag nicht nur in Metropolen und Landeshauptstädte, sondern abwechselnd auch in den ländlichen Regionen stattfinden.
Mittwoch, 1. Oktober 2014
Hochschule will Dorf retten
Am Niederrhein möchte eine Hochschule die Probleme von Dörfern lösen. Der Begriff des Projektes lautet Smart Villages (Klevere Dörfer). Damit soll der Dorfflucht Einhalt geboten werden und erdrückende Probleme, wie Geschäftsschliessungen, Mobilität, leerstehende Häuser und fehlende Bildungseinrichtungen angegangen werden. Ob das Projekt auch die gesetzten Ziele erreicht wird man anhand des Pilotprojektes in einem Ort erkennen.
Dienstag, 23. September 2014
Der Riesenrummel um Paderborn und die Provinz
Wer hätte dies gedacht? Kaum ist der Fußball-Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn auf dem ersten Platz der Bundesliga-Tabelle, da fragen sich die Medien, was die Erfolgsfaktoren der ländlichen Region, manchmal auch verächtlich als Provinz bezeichnet sind. Dazu werden Journalisten selbst und junge Mütter befragt, um die Unterschiede zwischen Stadt und Land zu benennen und zu verstehen. Auch wenn der SC Paderborn es wahrscheinlich schwierig haben wird, den ersten Tabellenplatz zu verteidigen, so bleibt die Hoffnung, dass das Thema kein Hype ist und noch etwas nachwirkt, im positiven Sinne. Denn die ländliche Region hat eine aufrichtige Aufmerksamkeit und Diskussion schon lange verdient, weil sie unterbewertet, ja oft abwertend behandelt, wird und sie vor Kraft strotzt und Wachstumspotential besitzt. Eine wichtige Persönlichkeit, ein Unternehmer aus der Region, der den Verein entwickelt und aufgebaut hat, wird hier porträtiert. Die Medien im Ausland beschäftigen sich auch schon mit dem Phänomen, so wurde ein Artikel Dorf-Kulturen benannt oder ein Provinzclub stellt deutsche Liga auf den Kopf. Das Bemerkenswerte an dem Aufstieg und dem ersten Tabellenplatz ist, dass einer Region, der nie etwas zugetraut wurde, auf die immer heruntergeschaut wurde, soweit nach oben gekommen ist. Dabei muss man berücksichtigen, dass Paderborn Stadt und Land in den letzten Jahrzehnten in vielen Bereichen durch harte und eigene Anstrengungen aufgeholt haben. In Deutschland ist Paderborn eine der wenigen Städte, die in Bezug auf die Einwohnerzahlen und Wirtschaft noch wachsen. Paderborn hat diese Entwicklung wirklich verdient.
Montag, 22. September 2014
Mit dem Paderborner Pragmatismus nach ganz oben!
Viele Leute reiben sich beim Blick auf die gegenwärtige Bundesliga-Tabelle die Augen. Der Aufsteiger SC Paderborn steht auf dem ersten und Hoffenheim auf dem dritten Platz. Zwei Vereine aus der Provinz stehen ganz weit oben in der Tabelle. Einverstanden, dies muss nicht immer so bleiben. Die Paderborner haben aber den kleinsten Etat unter den Bundesliga -Vereinen. Was ist das Geheimnis? Ein Reporter, der aus der Region stammt, gibt dazu eine Erklärung. Er sah die Provinz nie als Makel, sondern die Vorteile: Familie, Freunde, Aufrichtigkeit und Verlässlichkeit gegenüber Anonymität und Großspurigkeit der Metropole. Tradition statt Trend. Gemütlichkeit und zu seinem Wort stehen, Leuten zuhören und ausreden lassen, nicht von oben herab. Dinge zu Ende bringen anstatt immer neue Sachen anfangen. Dies ist eben der Paderborner Pragmatismus, der auch zum Erfolg führen kann. Hier noch ein Interview mit einem treuen Fan.
Sonntag, 21. September 2014
Warum regionale Kulturarbeit wichtig ist?
Erstaunlich ist, dass wieviele junge Leute im Westen sich den Salafisten anschliessen und sogar in die Kriegsgebiete reisen. Irgendwie muss bei dieser Gruppe der Eindruck entstanden sein, dass der Islam und seine extremen Ableger interessanter und wichtiger sind als die einheimische Kultur und Religion. Wieso nur? Es gibt sogar von der islamischen Seite der Vorwurf, dass der Westen sich für seine eigene Tradition und Religion nicht interessiert. Dies stimmt zum Teil. Es gibt Europäer, die sich für die eigene Religion interessieren, aber die Religionsvertreter machen es ihnen nicht leicht. Nicht wenige Vertreter der kirchlichen Institutionen testen ständig, wie weit sie mit ihrem Handeln gehen können. Darunter leidet die Glaubwürdigkeit der Kirchen und der Religion. Es gibt Leute, die sich für die einheimische und regionale Kultur interessieren, aber sie wird nicht ausreichend gefördert. Wenn man sich die westliche Kulturphilosophie anschaut, versteht man auch warum. Jede Kultur wird als gleichwertig angesehen und aber andere Kulturen werden eher gefördert als die eigene. Da muss sich notgedrungen der Eindruck der jungen Leute verfestigen, dass die eigene Kultur weniger wert ist. Der Verzicht auf eine Leitkultur, ein Begriff, der von Bassam Tibi stammen soll, tut sein übriges. Wer in Deutschland etwas im kulturellen Bereich auf die Beine stellen möchte, dem wird meist gesagt, dass die Arbeit sehr wichtig ist, aber, dass man kein Geld hat, um diese Arbeit zu unterstützen. Bei Kulturausgaben wird am ehesten gespart. Damit schafft man Frustration und Enttäuschungen sowie schadet der Kulturpflege. Für Kulturprojeke rund um nichteuropäische Kulturen ist es meist leichter finanzielle Unterstützungen zu bekommen. Denn dies soll dann der Integration und Völkerverständigung dienen. Die Frage lautet aber Integration wohinein und Austausch womit? Nebenbei bemerkt, für verschuldete EU-Länder sind immer Gelder vorhanden. Diese Beispiele zeigen, dass der Verweis auf knappe Haushaltsmittel nicht glaubwürdig ist. Vielleicht erkennen die Verantwortlichen nun, warum es wichtig ist die einheimische Kultur zu fördern. Je schneller sie es erkennen, desto besser, in der Hoffnung, dass weniger junge Leute in die Kriegsgebiete abwandern und anstatt dessen die europäische Kultur hochhalten. Man vergleiche mal diese Entwicklungen mit Staaten, in denen die eigene Kultur und Religion hochgehalten werden.
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