Wasser ist in der europäischen Kultur ein Allgemeingut. Für die meisten Bewohner war es lange Zeit frei verfügbar. Deshalb haben die Bürger ein starkes Interesse an guter Wasserqualität und an dem Schutz des Wassers vor Verunreinigungen entwickelt. In den Dörfern gab es Brunnen und Gumpen, wo ein jeder frei Wasser schöpfen konnte. Es gibt heute immer noch Leute, die ihr Trinkwasser an natürlichen Wasserquellen entnehmen. Einige Hausbesitzer, insbesondere im ländlichen Raum, haben Brunnen zur autonomen Wasserversorgung auf ihrem Grundstück. Die Wasserqualität und -versorgung war nicht immer gleich gut verteilt und gesichert. Deshalb hat man zunächst in Städten und dann in kleineren Ortschaften wie beispielsweise Anfang des 20. Jhs. auch in Daseburg bei Warburg Wasserleitungen gebaut, ähnlich wie in Städten, um mit einer zentralen Wasserversorgung diese Defizite abzuschaffen, wie die Dokumentation aus Daseburg darlegt. In den 1960-er/70-er Jahren wurden auch die Abwässer kanalisiert und an die kommunalen Kläranlagen angeschlossen. Die Abwässergruben vor den Häusern auf dem Land verschwanden. Von Anfang an war die zentrale Wasserversorgung in der öffentlicher Hand. Meist lag die Versorgung und der Netzbetrieb bei den Stadtwerken. Die Wasserversorgung der Kernstädte wurde nach und nach mit denen der umliegenden Dörfer vernetzt. So entstanden große Netzwerke und deren Betreiber sind die kommunalen Unternehmen, die nach dem Kostendeckungsprinzip plus einer angemessenen Rendite abrechnen. Die Investitionen in diese Netze sind durch die Beiträge für den Anschluss an das Netz und durch die monatliche Wassergebühr von den Kunden abbezahlt.
Durch die zeitgleiche neue Wirtschaftspolitik in Großbritannien und den USA (Margret Thatcher und Ronald Reagan in den 1980-er Jahren) wurden dort öffentliche Unternehmen privatisiert: Öffentliche Betriebe wurden meiststeigernd an profitorientierte Konzerne oder Konsortien verkauft. Damit konnte der bisherige Besitzer die öffentlichen Schulden und die öffentlichen Verpflichtungen reduzieren. Den Bürgern hat man mit diesem Schritt mehr Effizienz, somit günstigere Preise und besseren Service versprochen, was selten eintraf. Die Privatisierung hatte zur Folge, dass der Service bzw. das Produkt aus Gründen des privatunternehmerischen Profitstrebens meist teuerer wurde. Die Preise dieser Unternehmen stiegen auch, weil in manchen Bereichen so gut wie kein Wettbewerb zwischen mehreren Unternehmen möglich ist. Es gibt nun eine neue Konzessions-Richtlinie der Europäischen Kommission, nach der die Wasserwirtschaft in der EU privatisiert werden soll. In manchen EU-Ländern wie in Portugal, welches seine Wasserversorgungs-unternehmen schon privatisiert hat, stieg seit dem Verkauf der Versorgungsnetze der Preis pro m3 Wasser um 400%!!! Zusätzlich können die Unternehmen die Wasserqualität durch Mischung mit qualitativ schlechterem Wasser reduzieren, um den Profit zu steigern. Diese Entwicklung scheint ein politischer Irrweg und gesellschaftlich unverantwortlich zu sein, da erstens ein Allgemeingut zu einer Handelsware gemacht wird, zweitens eine bezahlte Infrastruktur an profitorientierte Unternehmen veräußert wird und drittens, weil das Qualitäts-Preis-Verhältnis Gefahr läuft, sich zu verschlechtern. Viertens besteht die Gefahr, dass gutes Wasser exportiert wird und die hiesige Bevölkerung mit schlechtem Wasser vorlieb nehmen muss. Um diese Entwicklung zu verhindern, gibt es nun eine Bewegung, die Unterschriften sammelt, um die Privatisierung der Wasserversorgung zu verhindern.
Stat
Samstag, 26. Januar 2013
Donnerstag, 3. Januar 2013
Was hat der Ort Welda mit Frankreich zu tun?
Welda, ein westfälischer Ort am ehemaligen kurhessisch-waldeckisch-paderbornischen
Dreiländereck in der Mitte Deutschlands, liegt etwa 400km von der deutsch-französischen Grenze entfernt. Im Januar 2013 feiern Deutschland und Frankreich das 50. Jubiläum der Unterzeichnung des Élysée - Vertrags von 1963. Im öffentlichen Bewusstsein denkt man bei deutsch-französischen Beziehungen meist an Grenzorte und an die damaligen Staatschefs Charles de Gaulle und Konrad Adenauer. Die Geschichte der Ortschaft Welda mitten in Deutschland jedoch zeigt auch andere Verbindungslinien zwischen diesen Staaten.
Die ersten dokumentierten Kontakte kamen durch die französische Armee, die an der Schlacht von Warburg während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) teilnahm. Sie durchquerte das benachbarte Welda und machte dort auch Quartier.
Durch die französische Revolution von 1789 ergaben sich für Welda einigee Folgen.
Im Jahre 1795 wählten die politischen Vertreter in Welda zum ersten Mal einen Nicht-Meier (Kötter) anstatt eines Meiers (Großbauer) zum Bürgermeister. Die sieben Vollmeier beschwerten sich beim Geheimen Rat des Fürstbistums Paderborn, mit der Begründung, dass wohl ,,die Köttere das französische Principium Freiheit und Gleichheit [und Brüderlichkeit] ergriffen hätten. welches aber von einem Hocherw. Geheimden Rathe gnädigst abzuwenden alle Vorsorge treffen werden''.
Und zweitens wenig später, als durch die Französische Revolution unter der Herrschaft der Jakobinier die französischen Geistlichen ihr Land verlassen mussten. Das Fürstbistum Paderborn nahm einige französische Priester auf und setzte sie in ihren Pfarreien wie bespielsweise in Welda ein. Jean Nicolas Rappe blieb von 1796 bis 1808 in Welda. Als Pfarrer hatte er auch die örtliche Schulaufsicht. Der damalige Schulinspektor und Franziskaner Damanzius Himmelhaus vermerkte damals in seinem Report die 'französische Strenge' an dieser Schule.
Französische Trappisten versuchten 1802 eine 'Erziehungsanstalt' auf Schloss Welda zu gründen. Das Hochstift Paderborn wurde 1803 durch die Preussen annektiert. Die damalige preussische "Spezialorganisationskommission" schloss das Projekt 1803 vorzeitig, da ihr die Schule zu streng und die 'Erziehungsmaßnahmen 'unmenschlich' erschienen. Das verwundert eigentlich, denn die Preussen waren ja auch nicht gerade als Weichlinge bekannt. Aber vielleicht hatten die deutschen Schulen Angst vor unliebsamer Konkurrenz. Es zeigten sich schon vor über 200 Jahren markante Unterschiede zwischen dem deutschen und französischen Schulsystem. Ob dies die Entwicklung der heutigen deutschen Schulen erklärt? Es wäre interessant zu wissen, was aus dieser Schulgründung geworden wäre, wenn man sie nicht geschlossen hätte.
Nicht zu vergessen ist gewiss das Königreich Westfalen, das von Napoleon im Jahre 1807 gegründet worden ist. Die Idee, ein Territorium Westfalen einzurichten, war im Ansatz nicht verkehrt. Allerdings weite Teile Westfalens nicht einzugliedern und die Landeshauptstadt in Kassel anzusiedeln, war nicht so ,lustik'. "König Lustik" war der Spitzname von Jérôme Bonaparte, dem Bruder Napoleons. Er regierte damals Westfalen. Die Katholiken verbanden mit ihrer Ansicht nach ebenfalls katholischen Franzosen eine Verbesserung ihrer Position gegenüber der kurz vorher erlebten preussischen Herrschaft. Aber hier kannte man die Ziele der Revolution und des Laizismus nicht gut genug und war deshalb umso mehr enttäuscht. Umgekehrt verstanden die Franzosen nicht, diese Erwartung in der Bevölkerung für sich zu nutzen. Diese französische Zeit hat übrigens französische Begriffe und Lehnwörter in die hochdeutsche und niederdeutsche Sprache gebracht, die als Relikte noch heute erhalten sind. Zudem führten die Franzosen die Emanzipation der Juden, die Abschaffung der Stände und der Leibeigenschaft sowie die Gewerbefreiheit ein.
Einen Bezug zu Frankreich hatte die Weldaer Schriftstellerin Ferdinande von Brakel über ihre 1806 geborene Mutter Charlotte Leontine von Brackel geborene Asbeck. Die Mutter Charlottes war die Marquise Ferdinandine de Ghistelles. Sie war am Französischen Königshof Hofdame, musste aber wegen der Revolution über Belgien nach Deutschland flüchten. Versuche, mehr über diese Familie in Frankreich in Erfahrung zu bringen, scheiterten an dem Antwortverhalten des dortigen historischen Vereins.
Gewiss waren auch Weldaer als rekrutierte Soldaten im Ersten und Zweiten Weltkrieg bzw. sind da gefallen. Aber es gibt keine spezielle kriegerischen Erinnerungen oder Ressentiments gegen Frankreich. Das Hochstift hatte keine Armee und sie war auch nie bis Frankreich. Im Gegenteil Frankreich war meist die bevorzugte Schutzmacht zu Zeiten des Hochstifts.
Während des Zweiten Weltkriegs waren u.a. auch französische Kriegsgefangene in Welda zur landwirtschaftlichen Arbeit eingesetzt. Die Kontakte zur Weldaer Bevölkerung waren so freundschaftlich, dass nicht wenige dieser Kriegsgefangenen nach dem Krieg regelmäßig zum Besuch nach Welda kamen. Sie waren bei Weldaer Familien untergebracht und brachten auch ihre Familienangehörigen mit. Dabei waren die Verkehrsverbindungen noch sehr schwierig, es gab noch keine Autobahn, die bis in die Region führte.
Fazit: Die Frage, ob Welda vom französischen Einfluss mehr profitiert als Schaden genommen hat, liegt im Auge des Betrachters. Die Französische Revolution hatte sicherlich greifbare Auswirkungen auf Welda. Dies zeigt, dass die deutsch-französischen Beziehungen nicht nur eine Frage der Grenze sind. Das Bild vom Boche, dem ,häßlichen Deutschen', wurde, wie das Beispiel der Kriegsgefangenenkontakte zeigt, relativiert. Versöhnung und menschliches Miteinander stehen hier anstelle von Feindschaft und Hass. So sind nicht zuletzt auch in Welda, mitten in Deutschland, die Grundlagen für die Akzeptanz des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages geschaffen worden. Diese Grundlagen sind nicht immer übertragbar, beispielsweise auf das Verhältnis zwischen Israelis und Araber. P.S.: Übrigens war Westfalen auch ein Zufluchtsgebiet für die Verfolgten der französischen Revolution und somit auch ein Gebiet der deutsch-französischen Begegnung.
Dreiländereck in der Mitte Deutschlands, liegt etwa 400km von der deutsch-französischen Grenze entfernt. Im Januar 2013 feiern Deutschland und Frankreich das 50. Jubiläum der Unterzeichnung des Élysée - Vertrags von 1963. Im öffentlichen Bewusstsein denkt man bei deutsch-französischen Beziehungen meist an Grenzorte und an die damaligen Staatschefs Charles de Gaulle und Konrad Adenauer. Die Geschichte der Ortschaft Welda mitten in Deutschland jedoch zeigt auch andere Verbindungslinien zwischen diesen Staaten.
Die ersten dokumentierten Kontakte kamen durch die französische Armee, die an der Schlacht von Warburg während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) teilnahm. Sie durchquerte das benachbarte Welda und machte dort auch Quartier.
Durch die französische Revolution von 1789 ergaben sich für Welda einigee Folgen.
Im Jahre 1795 wählten die politischen Vertreter in Welda zum ersten Mal einen Nicht-Meier (Kötter) anstatt eines Meiers (Großbauer) zum Bürgermeister. Die sieben Vollmeier beschwerten sich beim Geheimen Rat des Fürstbistums Paderborn, mit der Begründung, dass wohl ,,die Köttere das französische Principium Freiheit und Gleichheit [und Brüderlichkeit] ergriffen hätten. welches aber von einem Hocherw. Geheimden Rathe gnädigst abzuwenden alle Vorsorge treffen werden''.
Und zweitens wenig später, als durch die Französische Revolution unter der Herrschaft der Jakobinier die französischen Geistlichen ihr Land verlassen mussten. Das Fürstbistum Paderborn nahm einige französische Priester auf und setzte sie in ihren Pfarreien wie bespielsweise in Welda ein. Jean Nicolas Rappe blieb von 1796 bis 1808 in Welda. Als Pfarrer hatte er auch die örtliche Schulaufsicht. Der damalige Schulinspektor und Franziskaner Damanzius Himmelhaus vermerkte damals in seinem Report die 'französische Strenge' an dieser Schule.
Französische Trappisten versuchten 1802 eine 'Erziehungsanstalt' auf Schloss Welda zu gründen. Das Hochstift Paderborn wurde 1803 durch die Preussen annektiert. Die damalige preussische "Spezialorganisationskommission" schloss das Projekt 1803 vorzeitig, da ihr die Schule zu streng und die 'Erziehungsmaßnahmen 'unmenschlich' erschienen. Das verwundert eigentlich, denn die Preussen waren ja auch nicht gerade als Weichlinge bekannt. Aber vielleicht hatten die deutschen Schulen Angst vor unliebsamer Konkurrenz. Es zeigten sich schon vor über 200 Jahren markante Unterschiede zwischen dem deutschen und französischen Schulsystem. Ob dies die Entwicklung der heutigen deutschen Schulen erklärt? Es wäre interessant zu wissen, was aus dieser Schulgründung geworden wäre, wenn man sie nicht geschlossen hätte.
Nicht zu vergessen ist gewiss das Königreich Westfalen, das von Napoleon im Jahre 1807 gegründet worden ist. Die Idee, ein Territorium Westfalen einzurichten, war im Ansatz nicht verkehrt. Allerdings weite Teile Westfalens nicht einzugliedern und die Landeshauptstadt in Kassel anzusiedeln, war nicht so ,lustik'. "König Lustik" war der Spitzname von Jérôme Bonaparte, dem Bruder Napoleons. Er regierte damals Westfalen. Die Katholiken verbanden mit ihrer Ansicht nach ebenfalls katholischen Franzosen eine Verbesserung ihrer Position gegenüber der kurz vorher erlebten preussischen Herrschaft. Aber hier kannte man die Ziele der Revolution und des Laizismus nicht gut genug und war deshalb umso mehr enttäuscht. Umgekehrt verstanden die Franzosen nicht, diese Erwartung in der Bevölkerung für sich zu nutzen. Diese französische Zeit hat übrigens französische Begriffe und Lehnwörter in die hochdeutsche und niederdeutsche Sprache gebracht, die als Relikte noch heute erhalten sind. Zudem führten die Franzosen die Emanzipation der Juden, die Abschaffung der Stände und der Leibeigenschaft sowie die Gewerbefreiheit ein.
Einen Bezug zu Frankreich hatte die Weldaer Schriftstellerin Ferdinande von Brakel über ihre 1806 geborene Mutter Charlotte Leontine von Brackel geborene Asbeck. Die Mutter Charlottes war die Marquise Ferdinandine de Ghistelles. Sie war am Französischen Königshof Hofdame, musste aber wegen der Revolution über Belgien nach Deutschland flüchten. Versuche, mehr über diese Familie in Frankreich in Erfahrung zu bringen, scheiterten an dem Antwortverhalten des dortigen historischen Vereins.
Gewiss waren auch Weldaer als rekrutierte Soldaten im Ersten und Zweiten Weltkrieg bzw. sind da gefallen. Aber es gibt keine spezielle kriegerischen Erinnerungen oder Ressentiments gegen Frankreich. Das Hochstift hatte keine Armee und sie war auch nie bis Frankreich. Im Gegenteil Frankreich war meist die bevorzugte Schutzmacht zu Zeiten des Hochstifts.
Während des Zweiten Weltkriegs waren u.a. auch französische Kriegsgefangene in Welda zur landwirtschaftlichen Arbeit eingesetzt. Die Kontakte zur Weldaer Bevölkerung waren so freundschaftlich, dass nicht wenige dieser Kriegsgefangenen nach dem Krieg regelmäßig zum Besuch nach Welda kamen. Sie waren bei Weldaer Familien untergebracht und brachten auch ihre Familienangehörigen mit. Dabei waren die Verkehrsverbindungen noch sehr schwierig, es gab noch keine Autobahn, die bis in die Region führte.
Fazit: Die Frage, ob Welda vom französischen Einfluss mehr profitiert als Schaden genommen hat, liegt im Auge des Betrachters. Die Französische Revolution hatte sicherlich greifbare Auswirkungen auf Welda. Dies zeigt, dass die deutsch-französischen Beziehungen nicht nur eine Frage der Grenze sind. Das Bild vom Boche, dem ,häßlichen Deutschen', wurde, wie das Beispiel der Kriegsgefangenenkontakte zeigt, relativiert. Versöhnung und menschliches Miteinander stehen hier anstelle von Feindschaft und Hass. So sind nicht zuletzt auch in Welda, mitten in Deutschland, die Grundlagen für die Akzeptanz des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages geschaffen worden. Diese Grundlagen sind nicht immer übertragbar, beispielsweise auf das Verhältnis zwischen Israelis und Araber. P.S.: Übrigens war Westfalen auch ein Zufluchtsgebiet für die Verfolgten der französischen Revolution und somit auch ein Gebiet der deutsch-französischen Begegnung.
Dienstag, 18. Dezember 2012
Nachdenkliches zu Weihnachten
Für manche ist Weihnachten ein Fest der Geschenke, für andere ist der vorweihnachtliche Advent eine Zeit der Einkehr und Besinnung und für einige kleine Ortschaften, die keinen Pfarrer mehr haben, weil die Pfarrstelle im Ort nicht wiederbesetzt wurde, ist sie eine Zeit, Erfahrungen zu sammeln. In diesen Ortschaften wird sich zeigen, ob die
Orte besser oder schlechter mit bzw. ohne Pfarrer leben können. Weil dieses Jahr Weihnachten erstmals ohne Pfarrer ist, fällt in Welda die Christmette aus. So hat sich die Kirchengemeinde dazu entschlossen,eine christmettliche Feier mit Gesängen und Krippenspielen in der Kirche anstatt des gewohnten weihnachtlichen Gottesdienstes auszurichten. Dies ist ein Pluspunkt für die Kirchengemeinde. Es muss nicht unbedingt einen Minuspunkt für den bisherigen Pfarrer bedeuten, aber für den Pastoralverbund. Auch wenn das Fehlen des Pfarrers hier zur Selbstinitiative geführt hat, wird sich zeigen, wie die Gemeinde ohne pastorale Dienste und Betreuung vor Ort sich fortlaufend entwickeln wird. In vielen dieser Orte wird sich ein Leben ohne Ortspfarrer
entwickeln (müssen). Und am Ende jedes Jahres ist ein Fazit aus dem Vergleich der Erfahrungen mit und ohne Pfarrer erlaubt. Aber das Problem der pastoralen Betreuung bleibt. Mit rotierenden Diensten der Geistlichen und mit wechselnden Gottesdienstzeiten, ohne Transportangebot für die Gläubigen zu Gottesdiensten in anderen Kirchen bzw. Nachbarorten wird es schwierig, deren Bindung zur Kirche zu halten. Geistliche als ,müde' fliegende Händler und Gläubige, ob jung und alt, sollen zu Gottesdienstveranstaltungen anreisen, obwohl die meisten kein Auto besitzen und kein Fahrdienst eingerichtet wird. Es scheint, dass hier Dilettanten als verwaltende Manager ohne menschliches Herz und christliches Augenmaß sowie ohne Sinn für menschliche Bedürfnisse und Gewohnheiten der Gläubigen am Werk sind. Es erweckt den Eindruck, dass
die Begriffe ,Pastoralverbund' oder ,Pastoraler Raum' irreführend verwendet werden. Bei der Umsetzung scheint eine Verwaltungsidee dahinterzustecken, wie beim klassischen Pfarramt, nur mit weniger Priestern, garniert mit ein paar modernen Managementelementen. Die Verwaltung der ,Pastoralverbünde' gehört in die Hände von Fachleuten, die hauptsächlich Laien sind. Damit haben die Priester mehr Zeit für die eigentliche Seelsorge. Trotzdem allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.
Orte besser oder schlechter mit bzw. ohne Pfarrer leben können. Weil dieses Jahr Weihnachten erstmals ohne Pfarrer ist, fällt in Welda die Christmette aus. So hat sich die Kirchengemeinde dazu entschlossen,eine christmettliche Feier mit Gesängen und Krippenspielen in der Kirche anstatt des gewohnten weihnachtlichen Gottesdienstes auszurichten. Dies ist ein Pluspunkt für die Kirchengemeinde. Es muss nicht unbedingt einen Minuspunkt für den bisherigen Pfarrer bedeuten, aber für den Pastoralverbund. Auch wenn das Fehlen des Pfarrers hier zur Selbstinitiative geführt hat, wird sich zeigen, wie die Gemeinde ohne pastorale Dienste und Betreuung vor Ort sich fortlaufend entwickeln wird. In vielen dieser Orte wird sich ein Leben ohne Ortspfarrer
entwickeln (müssen). Und am Ende jedes Jahres ist ein Fazit aus dem Vergleich der Erfahrungen mit und ohne Pfarrer erlaubt. Aber das Problem der pastoralen Betreuung bleibt. Mit rotierenden Diensten der Geistlichen und mit wechselnden Gottesdienstzeiten, ohne Transportangebot für die Gläubigen zu Gottesdiensten in anderen Kirchen bzw. Nachbarorten wird es schwierig, deren Bindung zur Kirche zu halten. Geistliche als ,müde' fliegende Händler und Gläubige, ob jung und alt, sollen zu Gottesdienstveranstaltungen anreisen, obwohl die meisten kein Auto besitzen und kein Fahrdienst eingerichtet wird. Es scheint, dass hier Dilettanten als verwaltende Manager ohne menschliches Herz und christliches Augenmaß sowie ohne Sinn für menschliche Bedürfnisse und Gewohnheiten der Gläubigen am Werk sind. Es erweckt den Eindruck, dass
die Begriffe ,Pastoralverbund' oder ,Pastoraler Raum' irreführend verwendet werden. Bei der Umsetzung scheint eine Verwaltungsidee dahinterzustecken, wie beim klassischen Pfarramt, nur mit weniger Priestern, garniert mit ein paar modernen Managementelementen. Die Verwaltung der ,Pastoralverbünde' gehört in die Hände von Fachleuten, die hauptsächlich Laien sind. Damit haben die Priester mehr Zeit für die eigentliche Seelsorge. Trotzdem allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.
Dienstag, 11. Dezember 2012
Wohnungsnot und demographischer Wandel?
Am 1. März 2012 wurde in den deutschsprachigen Nachrichten verkündet, dass in den kommenden fünf Jahren bis zu 825,000 Mietwohnungen, insbesondere in den deutschen Großstädten und in den südlichen Bundesländern fehlen. Die Aussage beruht auf zwei Studien.
Im Dezember 2012 warnte der Mieterbund, dass aktuell 250,000 Mietwohnungen, gerade in deutschen Ballungsräumen und in den Universitätsstädten fehlen. Die Konzentration der Unternehmen in Ballungsräumen und Großstädten führt dazu, dass die Arbeitnehmer in die Nähe der Unternehmen umziehen, durch die Konzentration von Unternehmen in Ballungsräumen steigen die Kosten für die Unterkunft der Mitarbeiter. Dies hat zur Folge, dass die Gehälter bzw. Personalkosten angehoben werden oder die Mitarbeiter einen Großteil ihres Einkommens für Miete und für den Erwerb von Eigentum bezahlen müssen. Dies ist ein Teufelskreis. Deshalb wäre es zu überlegen, ob nicht einige Abteilungen von Unternehmen in den ländlichen Raum verlegt werden können. Hier steht ausreichend Wohnraum und zudem zu günstigen Preisen zur Verfügung.
Für diese Auslagerung könnte der Staat Anreize schaffen. Die Unternehmen können allein schon durch die Auslagerung einiger Abteilungen laufende Kosten sparen. Gewiss gibt es Mitarbeiter, die das Wohnen in Großstädten mit allen ihren Vor- und Nachteilen bevorzugen, aber es gibt auch Mitarbeiter, die eher den ländlichen Raum als Wohn- und Arbeitsort vorziehen. Insgesamt gesehen kann man mit einer räumlichen Verteilung der Arbeitsplätze bzw. Verlagerung in ländliche Gebiete sowohl das Wohnungsproblem in Großstädten und somit die Kostensteigerungen reduzieren als auch das Wohnungsproblem, d.h. Leerstände von Gebäuden, in dem ländlichen Raum ansatzweise lösen. Dies gilt natürlich nur, wenn man eine Lösung beider Herausforderungen wünscht.
Im Dezember 2012 warnte der Mieterbund, dass aktuell 250,000 Mietwohnungen, gerade in deutschen Ballungsräumen und in den Universitätsstädten fehlen. Die Konzentration der Unternehmen in Ballungsräumen und Großstädten führt dazu, dass die Arbeitnehmer in die Nähe der Unternehmen umziehen, durch die Konzentration von Unternehmen in Ballungsräumen steigen die Kosten für die Unterkunft der Mitarbeiter. Dies hat zur Folge, dass die Gehälter bzw. Personalkosten angehoben werden oder die Mitarbeiter einen Großteil ihres Einkommens für Miete und für den Erwerb von Eigentum bezahlen müssen. Dies ist ein Teufelskreis. Deshalb wäre es zu überlegen, ob nicht einige Abteilungen von Unternehmen in den ländlichen Raum verlegt werden können. Hier steht ausreichend Wohnraum und zudem zu günstigen Preisen zur Verfügung.
Für diese Auslagerung könnte der Staat Anreize schaffen. Die Unternehmen können allein schon durch die Auslagerung einiger Abteilungen laufende Kosten sparen. Gewiss gibt es Mitarbeiter, die das Wohnen in Großstädten mit allen ihren Vor- und Nachteilen bevorzugen, aber es gibt auch Mitarbeiter, die eher den ländlichen Raum als Wohn- und Arbeitsort vorziehen. Insgesamt gesehen kann man mit einer räumlichen Verteilung der Arbeitsplätze bzw. Verlagerung in ländliche Gebiete sowohl das Wohnungsproblem in Großstädten und somit die Kostensteigerungen reduzieren als auch das Wohnungsproblem, d.h. Leerstände von Gebäuden, in dem ländlichen Raum ansatzweise lösen. Dies gilt natürlich nur, wenn man eine Lösung beider Herausforderungen wünscht.
Dienstag, 6. November 2012
Ein Wohnhaus im Grünen
Ein Wohnhaus im Grünen, das ist und war der Traum vieler Bürger in Deutschland. Durch den demographischen Wandel in Deutschland werden viele Häuser, die in den 1960ziger und 1970ziger Jahren gebaut wurden in Zukunft leer stehen. Insbesondere Häuser und Siedlungen fern ab von Oberzentren sowie ganze sogenannte Neubauviertel sind davon betroffen. Der Verkaufswert der Familienhäuser sinkt so stark, dass man sich von dem Erlös keinen Platz in einem Seniorenheim leisten kann. Allein in Nordrhein-Westfalen, inbesondere im Ruhrgebiet, im Sauerland, in den Landkreisen Höxter und Lippe soll es im Jahre 2025 über 71,000 Häuser bzw. Wohnungen geben, die keiner mehr braucht. Was kann man dagegen unternehmen oder muss man die Häuser abreissen?
Montag, 5. November 2012
Zu Allerseelen: Eingedenk der Verstorbenen 2012
Aus der Gemeinde Welda sind seit November 2011 folgende Personen verstorben:
* Frau Alwine Miloschewski (geb. Blömeke)
* Frau Lücke
* Herr Franz Kampe
* Frau Franziska Kuhaupt (geb. Tegethoff)
* Frau Irmgard Temme (geb. Deist)
wir werden ihrer gedenken, mögen sie ruhen in Frieden.
* Frau Alwine Miloschewski (geb. Blömeke)
* Frau Lücke
* Herr Franz Kampe
* Frau Franziska Kuhaupt (geb. Tegethoff)
* Frau Irmgard Temme (geb. Deist)
wir werden ihrer gedenken, mögen sie ruhen in Frieden.
Freitag, 12. Oktober 2012
Welche Folgen hat der Bau von Umgehungsstraßen für kleine Ortschaften?
Seit den 1960ziger Jahren werden in Deutschland und anderswo in der Welt um die geschlossenen Ortschaften vorbeiführende Umgehungsstraßen herumgebaut. Das Ziel dieser Bauprojekte ist es den seit der Nachkriegszeit zunehmenden Durchgangsverkehr an den Ortschaften vorbeizulagern. Diese Änderung wurde verursacht durch den stark wachsendem Individualverkehr. Mit der Baumaßnahme hat man den Verkehr in den Ortschaften und die Zahl der Verkehrsunfälle reduziert. Den Fahrzeuglenkern wird mit durchgängigen und größeren Verkehrsstraßen die mühsame Durchfahrt durch Ortschaften erspart. Dies könnte man als eine Lösung bezeichnen, aus der die Ortsbewohner und die Durchreisenden Vorteile ziehen. Aber es gibt auch einige Nachteile. Hier sind u.a. zu nennen die Landnahme von grünen Flächen durch den zusätzlichen Straßenbau und die gleichzeitige Benachteiligung des öffentlichen Verkehrs. Aber mit den fehlenden Durchreisenden verlieren die Geschäfte auch (Lauf-)Kundschaft und die betroffenen Ortschaften sind gefährdet, weil sie einen ,Lebenspuls' zu verlieren.
In den USA hat ein Geschäftsinhaber aus dem Ort Seligman seit dem Bau der Umgehungsstraße mit einigem Erfolg dafür gekämpft, dass sein Wohn- und Arbeitsort nicht zu stark unter der Umgehungsstraße leiden muss. Der Interstate-Highway machte die bekannte Route 66, welche die West mit der Ostküste verbindet und die viele Ortschaften durchquert obsolet. Es sind keine Studien bekannt, die alle Auswirkungen von Umgehungsstraßen belegen und aufzeigen. Es wäre ein Vergleich wert die Lage von Ortschaften mit und ohne Umgehungsstraße miteinander bzgl. Zahl der Geschäfte und der Lebendigkeit anzustellen. Wahrscheinlich wird man feststellen, dass in Ortschaften ohne Umgehungsstraßen noch mehr Geschäfte als in denen mit Umgehungsstraße existieren. Diese vermutliche Schlussfolgerung soll nicht als ein Plädoyer gegen Umgehungsstraßen missverstanden werden sondern die Frage nach Lösungsansätzen aufwerfen. Denn viele kleine Ortschaften leiden unter dem Rückgang von Geschäften und Leben. Wenn man sich das US-amerikanische Beispiel anschaut zeigt es, dass Privatinitiativen Erfolg haben können. Sie konnte nicht immer auf die Unterstützung der öffentlichen Institutionen und Politik zählen. Mit dem Herausstellen von historischen Alleinstellungsmerkmalen der Ortschaft konnte die Attraktivität eines Besuchs des Ortes Seligman für die Touristen deutlich erhöht werden. D.h. wenn man das Problem richtig erkannt hat und die Lösungsansätze auch richtig umsetzt, dann kann man im Kampf gegen die zunehmende Bedeutungslosigkeit von kleinen Ortschaften erfolgreich sein.
In den USA hat ein Geschäftsinhaber aus dem Ort Seligman seit dem Bau der Umgehungsstraße mit einigem Erfolg dafür gekämpft, dass sein Wohn- und Arbeitsort nicht zu stark unter der Umgehungsstraße leiden muss. Der Interstate-Highway machte die bekannte Route 66, welche die West mit der Ostküste verbindet und die viele Ortschaften durchquert obsolet. Es sind keine Studien bekannt, die alle Auswirkungen von Umgehungsstraßen belegen und aufzeigen. Es wäre ein Vergleich wert die Lage von Ortschaften mit und ohne Umgehungsstraße miteinander bzgl. Zahl der Geschäfte und der Lebendigkeit anzustellen. Wahrscheinlich wird man feststellen, dass in Ortschaften ohne Umgehungsstraßen noch mehr Geschäfte als in denen mit Umgehungsstraße existieren. Diese vermutliche Schlussfolgerung soll nicht als ein Plädoyer gegen Umgehungsstraßen missverstanden werden sondern die Frage nach Lösungsansätzen aufwerfen. Denn viele kleine Ortschaften leiden unter dem Rückgang von Geschäften und Leben. Wenn man sich das US-amerikanische Beispiel anschaut zeigt es, dass Privatinitiativen Erfolg haben können. Sie konnte nicht immer auf die Unterstützung der öffentlichen Institutionen und Politik zählen. Mit dem Herausstellen von historischen Alleinstellungsmerkmalen der Ortschaft konnte die Attraktivität eines Besuchs des Ortes Seligman für die Touristen deutlich erhöht werden. D.h. wenn man das Problem richtig erkannt hat und die Lösungsansätze auch richtig umsetzt, dann kann man im Kampf gegen die zunehmende Bedeutungslosigkeit von kleinen Ortschaften erfolgreich sein.
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